George Washington – Der Vater von Amerika | Geschichte für Kinder
Shownotes
Spannende Geschichte für Kinder: Darum geht es in dieser Folge Vom Landvermesser zum General: Wie ein Junge aus Virginia durch die Wildnis ritt und später die amerikanische Armee anführte. Der Mut in eiskalter Nacht: Wie Washington und seine Soldaten mitten im Winter über den eiskalten Delaware-Fluss setzten. Das Rätsel um die Zähne: Die Wahrheit über sein seltsames Gebiss und warum er auf Bildern nie lächelte. Der Mann, der kein König sein wollte: Warum er die absolute Macht ablehnte und damit die Demokratie rettete.
Für Eltern & Lehrkräfte Geschichtspodcast für Kinder von 6–12 Jahren · ca. 11 Min · Themen: Amerikanische Revolution, Unabhängigkeitserklärung, George Washington, USA, Demokratie, Legenden vs. Fakten. Frei im Unterricht oder als Hörauftrag nutzbar.
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Transkript anzeigen
00:00:12: Hallo und willkommen bei Von Alexander bis Zarathustra.
00:00:17: Geschichte und Geschichten für Kinder. Euer Geschichtspodcast für alle, die wissen wollen, wie die Welt zu dem wurde, was sie heute ist.
00:00:27: Ich bin Clara Und ich möchte euch wieder mit auf eine Reise nehmen.
00:00:32: Habt ihr es euch gemütlich gemacht?
00:00:35: Perfekt!
00:00:36: Dann schließt kurz die Augen und spitzt die Ohren.
00:00:40: Hört ihr
00:00:40: das?!
00:00:43: Das ist das Geräusch von Männern, die wütende Briefe an einen König schreiben und eine Unabhängigkeitserklärung verfassen.
00:00:52: Hört ihr den Protest der Menschen, die ihren Tee lieber im Meer versenken als ungerechte Steuern zu zahlen?
00:01:00: Und hört ihr die fernen, dumpfen
00:01:02: Kanonenschläge?!
00:01:05: Das ist der Beginn eines langen, harten Kampfes um die Freiheit!
00:01:12: Wir reisen heute über den großen Teich nach Amerika vor etwa zweihundertfünfzig Jahren.
00:01:19: Damals gab es die USA, wie wir sie heute kennen, noch gar nicht!
00:01:24: Es gab nur dreizehn Kolonien, die dem König von England gehörten.
00:01:30: Doch die Menschen dort hatten die Nase voll von hohen Steuern und Befehlen aus der Ferne – Sie brauchten einen Anführer, jemanden, der mutig, ehrlich und ein bisschen stur
00:01:41: war.
00:01:42: Heute geht es um den Vater von Amerika, George Washington.
00:01:49: Sattelt eure Pferde
00:01:50: Wir reiten mitten hinein in die Gründung eines ganz neuen Landes!
00:02:15: Angeblich soll der kleine George mit einer Axt den Kirschbaum seines Vaters gefällt haben.
00:02:21: Als sein Vater ihn wütend fragte, wer das war, sagte George – Ich kann nicht lügen, Vater!
00:02:27: ich war es. Ob das wirklich genauso passiert ist?
00:02:31: Wahrscheinlich nicht ganz. Aber es zeigt uns, was die Leute an George Washington so sehr liebten.
00:02:38: Er galt als der ehrlichste Mann seiner Zeit. Er wuchs auf einer Farm auf und liebte die Natur.
00:02:48: Er war kein Bücherwurm, der den ganzen Tag in der Bibliothek saß!
00:02:52: Er war groß, kräftig und ein fantastischer Reiter.
00:02:56: Schon mit sechzehn Jahren arbeitete er als Landvermesser – das bedeutet, er ritt mit Kompass und Kette tief in die Wildnis, schlief im Freien und zeichnete Karten von Gebieten, wo vorher kaum ein Siedler gewesen war.
00:03:10: Das machte ihn hart und bereit für das, was noch kommen sollte.
00:03:16: Als der Streit mit dem englischen König eskalierte, wurde George zum Oberbefehlshaber der amerikanischen Armee ernannt.
00:03:24: Das klingt nach einer großen Ehre, war aber eigentlich ein Albtraum.
00:03:29: Seine Soldaten hatten kaum Schuhe, oft keine Munition und im Winter nicht einmal warme Decken.
00:03:36: Auf der anderen Seite stand die britische Armee. Die stärkste der Welt. Aber George Washington gab nicht auf.
00:03:44: Er hatte eine besondere Taktik, er wusste, dass er die Briten nicht in einer riesigen Schlacht besiegen musste.
00:03:51: Er musste einfach nur länger durchhalten als sie!
00:03:55: In einer eiskalten Weihnachtsnacht im Jahr siebzehnhundertsechsundsiebzig tat er etwas Unglaubliches.
00:04:02: Er ließ seine Soldaten in kleinen Booten über den eiskalten, mit Eisschollen gefüllten Delawarefluss setzen.
00:04:11: Es war dunkel, es schneite und niemand rechnete mit ihnen.
00:04:16: Sie überraschten die Feinde komplett!
00:04:18: Dieser Mut gab den Amerikanern wieder Hoffnung.
00:04:22: George war kein General, der sich hinten versteckte – er ritt oft ganz vorne mit direkt im Kugelhagel.
00:04:28: Und wie durch ein Wunder wurde er nie getroffen.
00:04:32: Aber wisst ihr dieser Krieg -
00:04:35: Man nennt ihn den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg war kein kurzes Abenteuer.
00:04:41: Er dauerte acht lange Jahre.
00:04:45: Stellt euch das mal vor, acht Jahre lang war George Washington fast keinen einzigen Tag zu Hause auf seinem Bauernhof!
00:04:52: Er war ständig unterwegs, schlief im Zelt und plante Strategien.
00:04:56: Warum haben die Amerikaner das überhaupt gemacht?
00:05:01: Ganz einfach für die Freiheit – sie wollten selbst entscheiden, welche Gesetze für sich gelten.
00:05:07: Sie nannten sich jetzt Patrioten.
00:05:11: Und für die Unabhängigkeitserklärung.
00:05:13: Am vierten Juli, siebzehnhundertsechsundsiebzig – das ist heute der Nationalfeiertag der USA – unterschrieben Sie ein berühmtes Papier.
00:05:23: Darin stand: Alle Menschen sind gleich erschaffen!
00:05:27: Sie wollten kein Teil von England mehr sein, sondern ein eigenes, freies Land, die Vereinigten Staaten von Amerika.
00:05:35: Doch der König in England schickte immer mehr Schiffe und Soldaten.
00:05:40: Es gab riesige Schlachten im dichten Wald, auf Feldern und in Städten.
00:05:45: George Washington war dabei wie der Fels in der Brandung, er verlor viele Kämpfe aber nie den Mut.
00:05:54: Sein größter Triumph kam schließlich in Yorktown.
00:05:58: dort kesselte er die Briten so geschickt ein, dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als ihre Waffen niederzulegen.
00:06:05: Die Musikanten spielten damals ein Lied mit dem Namen The World Turned Upside Down.
00:06:12: Und das tat sie wirklich!
00:06:15: Die kleinen Kolonien hatten das mächtige Weltreich besiegt, Amerika war frei und George Washington war der Held, der es möglich gemacht hatte.
00:06:26: Wenn ihr euch Bilder von George Washington anschaut, sieht er immer sehr ernst aus und presst die Lippen fest zusammen.
00:06:33: Aber wisst ihr auch, warum?
00:06:36: Er hatte furchtbare Zahnprobleme.
00:06:40: Schon mit Mitte zwanzig verlor er seine ersten Zähne.
00:06:44: Es gibt ein Gerücht, dass er ein Gebiss aus Holz hatte, aber das stimmt nicht!
00:06:48: Holz wäre viel zu schnell verrottet.
00:06:51: Sein Gebiss war ein echtes Ersatzteillager.
00:06:55: Es bestand aus echtem Gold, Elfenbein vom Flusspferd und sogar echten Menschenzähnen, die man damals leider oft armen Menschen abkaufte.
00:07:06: Dieses Gebiss wurde mit Federn zusammengehalten, wenn er den Mund zu weit aufmachte, schnappte es manchmal einfach zu oder sprang heraus!
00:07:14: Deshalb redete er nicht gerne viel und lächelte fast nie auf Portraits.
00:07:20: Privat war er übrigens ein leidenschaftlicher Tänzer und liebte seine Farm in Mount Vernon.
00:07:26: Er erfand sogar neue Pflüge und testete, welcher Dünger am besten für sein Weizen war – eigentlich wäre er am liebsten einfach nur Bauer geblieben.
00:07:39: Aber, er war das größte Geschenk an die Demokratie!
00:07:44: Nachdem die Amerikaner den Krieg gewonnen hatten, passierte etwas, das es in der Weltgeschichte fast nie gab.
00:07:52: Die Menschen liebten George so sehr, dass sie ihn am liebsten zum König von Amerika gemacht hätten.
00:07:57: Er hätte die absolute Macht haben können.
00:08:01: aber wisst ihr, was George Washington sagte?
00:08:04: Nein! Wir haben gerade gegen einen König gekämpft, um frei zu sein.
00:08:09: Wir brauchen keinen neuen König!
00:08:13: Er wurde so der erste Präsident der USA.
00:08:18: Aber nach acht Jahren sagte er: Es reicht.
00:08:20: jemand anderes soll jetzt dran sein.
00:08:23: Er gab freiwillig seine Macht ab, um zu zeigen, dass in einer Demokratie nicht eine Person für immer bestimmt, sondern das Volk.
00:08:33: Das war eine Sensation.
00:08:34: Die ganze Welt staunte über diesen Mann, der einfach nach Hause auf seinen Bauernhof ging, anstatt auf dem Thron zu bleiben.
00:08:42: Zur Geschichte von George Washington gehört aber auch eine traurige Wahrheit.
00:08:47: Er kämpfte zwar für die Freiheit Amerikas, aber er selbst besaß auf seiner Farm Sklaven. Also Menschen, die nicht frei waren und für ihn arbeiten mussten.
00:08:58: Das passt für uns heute überhaupt nicht zusammen.
00:09:00: Wie kann man von Freiheit reden und gleichzeitig andere Menschen besitzen?
00:09:06: George Washington hatte deshalb Zeit seines Lebens ein schlechtes Gewissen, er schrieb in seinem Testament fest, dass alle seine Sklaven nach dem Tod seiner Frau freigelassen werden sollten.
00:09:18: Er war einer der wenigen Gründer Amerikas, die das taten. Aber es zeigt uns, dass auch große Helden ihrer Zeit manchmal Dinge taten, die wir heute völlig falsch finden.
00:09:33: Spannende Fakten über George Washington.
00:09:37: Wusstest du, dass die Hauptstadt der USA, Washington DC, nach ihm benannt wurde?
00:09:43: Er durfte sogar mit aussuchen, wo sie gebaut werden sollte,
00:09:47: lebte aber als einziger US-Präsident nie selbst im Weißen Haus, weil es erst nach seinem Tod fertig wurde.
00:09:54: Wusstest du, dass er eine Glückszahl hatte?
00:09:58: Er glaubte fest an die Zahl dreizehn, weil es die dreizehn ersten Kolonien waren.
00:10:03: Er achtete oft darauf, dass wichtige Dinge an Tagen passierten, die mit der Dreizehn zu tun hatten.
00:10:11: Wusstest du, dass er keine weißen Haare hatte?
00:10:14: Auf den Bildern sieht das so aus, aber in echt war George Washington rothaarig!
00:10:20: Er puderte sich seine Haare nur weiß ein, weil das damals total in Mode war.
00:10:26: Wusstest Du, dass er nie ein Kind gezeugt
00:10:28: hat?!
00:10:29: Er hatte zwar keine eigenen Kinder, war aber ein toller Stiefvater für die Kinder seiner Frau Martha und kümmerte sich rührend um sie.
00:10:39: George Washington war einen Mann, der eigentlich nur seine Ruhe haben wollte – aber gerufen wurde, als die Welt im Umbruch war!
00:10:49: Er hat gezeigt, dass wahre Stärke nicht darin liegt, Macht zu haben, sondern darin, sie im richtigen Moment wieder abzugeben.
00:10:58: Wenn ihr also das nächste Mal einen Dollar seht oder von Freiheit hört, dann denkt an den rothaarigen Farmer mit dem klappernden Gebiss, der ein ganzes Land aus der Taufe gehoben hat.
00:11:11: Bis zum nächsten Mal!
00:11:13: Bleibt neugierig und entdeckt die Geschichte – eure Clara.
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