Wolfgang Amadeus Mozart - Das Wunderkind mit den Zauberfingern | Geschichte für Kinder
Shownotes
Der erste Popstar der Geschichte war erst sechs Jahre alt: In dieser Folge von „Von Alexander bis Zarathustra – Geschichte(n) für Kinder" begleiten wir das Wunderkind Mozart durch die Zeit der Kutschen und Könige – kindgerecht erzählt für Kinder von 6 bis 12 Jahren.
Spannende Geschichte für Kinder: Darum geht es in dieser Folge
Das Wunderkind „Wolferl“: Wie der kleine Mozart zum ersten Popstar der Geschichte wurde. Ein Küsschen für die Kaiserin: Wie der Sechsjährige der mächtigen Kaiserin von Österreich begegnete. Das Supergehör: Was Mozarts unglaubliches Gehör alles konnte. Quatsch im Kopf: Warum Mozart Briefe voller Unsinn und Humor schrieb.
Für Eltern & Lehrkräfte
Geschichtspodcast für Kinder von 6–12 Jahren · ca. 11 Min · Themen: Musikgeschichte, Österreich, Wunderkinder, 18. Jahrhundert. Frei im Unterricht oder als Hörauftrag nutzbar.
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Transkript anzeigen
00:00:13: Hallo und willkommen bei Von Alexander bis Zarathustra.
00:00:18: Geschichte und Geschichten für Kinder.
00:00:21: Euer Geschichtspodcast für alle, die wissen wollen, wie die Welt zu dem wurde, was sie heute ist.
00:00:28: Ich bin Clara Und heute wird es... ja, wie wird es eigentlich?
00:00:34: Heute wird's laut, lustig, ein bisschen frech und unglaublich musikalisch.
00:00:42: Habt ihr eure Ohren gespitzt?
00:00:44: Perfekt!
00:00:46: Schließt kurz die Augen.
00:00:48: Hört ihr dieses zarte Klimpern, ein Klavier und jetzt stellt euch vor... Ein kleiner Junge, nicht viel größer als ein Esstisch sitzt davor, trägt eine gepuderte Perücke und spielt so schnell, dass seine Finger nur so über die Tasten fliegen.
00:01:06: Wir reisen heute zurück in die Zeit der Kutschen und der großen Perücken vor etwa zweihundertsechzig Jahren.
00:01:14: Wir besuchen das alte Salzburg und das prächtige Wien.
00:01:18: Es geht um ein Kind, das Klavier spielte, bevor es richtig schreiben konnte, das Könige zum Lachen brachte und die Musik für immer veränderte.
00:01:27: Heute geht es um das wohl berühmteste Genie aller Zeiten: Wolfgang Amadeus Mozart.
00:01:39: Bereit?
00:01:40: Dann spitzt die Ohren, wir schlagen den Takt an und tauchen ein in die Welt der Töne.
00:01:55: Das Wunder mit den Zauberfingern!
00:01:59: Wolfgang Amadeus Mozart wurde siebzehnhundertsechsundfünfzig in Salzburg geboren.
00:02:05: Sein Vater Leopold war selbst Musiker und merkte sofort – mit meinem Sohn stimmt was nicht.
00:02:12: Im positiven Sinne.
00:02:14: Während andere Kinder mit Bauklötzen spielten oder im Dreck wühlten, saß der kleine Wolferl – wie er genannt wurde – am Klavier.
00:02:23: Mit drei Jahren suchte er sich Terzen auf dem Tasteninstrument.
00:02:26: Mit vier lernte er kleine Stücke in einer halben Stunde auswendig.
00:02:30: und mit fünf?
00:02:32: Da fing er schon an, seine eigene Musik zu schreiben!
00:02:36: Stellt euch das mal vor, ihr könntet noch nicht mal fehlerfrei euren Namen schreiben.
00:02:42: Aber ihr schreibt Sinfonien, für die ein ganzes Orchester mit Geigen, Flöten und Pauken nötig
00:02:48: ist.
00:02:50: Sein Vater dachte sich – Das muss die Welt sehen!
00:02:54: Und so wurde Wolferl zum ersten Popstar der Geschichte.
00:02:59: Zusammen mit seiner älteren Schwester Nannerl, die übrigens auch fantastisch Klavier spielte, reiste er in einer klapprigen Postkutsche quer durch Europa.
00:03:09: Das war damals nicht so gemütlich wie im ICE oder im Auto – es war laut, staubig, kalt und dauerte Wochen!
00:03:18: Aber der Aufwand lohnte sich.
00:03:20: Die Geschwister spielten in München, Paris, London und Wien.
00:03:25: In Wien passierte dann eine der berühmtesten Geschichten überhaupt.
00:03:30: Wolferl und Nannerl wurden in das Schloss Schönbrunn eingeladen, zum Kaiser und zur Kaiserin Maria Theresia.
00:03:38: Die Kaiserin war damals einer der mächtigsten Frauen der Welt – alle verbeugten sich tief vor ihr und wagten es kaum, sie anzusehen!
00:03:46: Und was machte der kleine Wolferl?
00:03:49: Er spielte so göttlich Klavier, dass alle Tränen in den Augen haben….
00:03:53: Als er fertig ist, springt er vom Klavierhocker, rennt direkt auf die Kaiserin zu, springt er auf den Schoß und gab ihr ein dickes Küsschen auf die Wange.
00:04:04: Die Höflinge hielten den Atem an – ein Skandal!
00:04:08: Aber die Kaiserin?
00:04:10: Die lachte einfach.
00:04:12: Sie fand den kleinen, frechen Jungen mit der roten Weste und dem Degen an der Seite einfach zum Schießen.
00:04:20: Wolferl war eben kein braves, steifes Wunderkind.
00:04:24: Er war ein Wirbelwind!
00:04:26: Einmal rutschte er auf dem glatten Schlossboden aus und fiel hin.
00:04:30: Wisst ihr, wer ihm aufhalf?
00:04:33: Die kleine Prinzessin Marie-Antoinette, die später Königin von Frankreich wurde.
00:04:38: Wolferl schaute sie an und sagte ganz ernst: Du bist brav, ich will dich heiraten!
00:04:45: Er war eben mein echter Charmeur, auch wenn er erst sechs Jahre alt war.
00:04:50: Aber wer war dieser Mozart eigentlich, wenn er nicht gerade vor Kaisern spielte?
00:04:56: Wenn ihr denkt ein Genie sei immer ernst und würde nur über komplizierte Matheformeln nachdenken, dann habt ihr euch bei Mozart geschnitten.
00:05:05: Wolfgang war eine richtige Ulknudel!
00:05:08: Er liebte Quatsch, er erfand lustige Wörter, schrieb Briefe voller Reime und machte gerne Witze über... naja über Dinge, über die man vielleicht heute die Nase rümpfen würde.
00:05:20: Er war ein Fan von Pipi-Kaka-Humor.
00:05:23: Ja, wirklich!
00:05:24: In seinen Briefen an seine Cousine gab er es oft sehr albern zu.
00:05:30: Aber er hatte auch eine echte Superkraft – ein absolutes Gehör.
00:05:35: Das bedeutet, er konnte jeden Ton sofort erkennen.
00:05:40: Einmal war er in Rom in einer Kirche und hörte ein berühmtes Musikstück, das niemand mitschreiben durfte.
00:05:46: Es war streng geheim.
00:05:49: Mozart hörte es nur ein einziges Mal, ging nach Hause und schrieb jede einzelne Note aus dem Gedächtnis auf.
00:05:56: Perfekt noch dazu!
00:05:59: Und noch etwas war besonders an ihm – er konnte Musik im Kopf fertigstellen.
00:06:04: Während andere Komponisten am Klavier saßen und verzweifelt nach einer Melodie suchten, spielte Wolfgang Billiard oder unterhielt sich mit Freunden.
00:06:13: In seinem Kopf war das Lied aber schon fertig.
00:06:16: Er musste es später nur noch wie ein Diktat auf das Papier schreiben.
00:06:20: Das ist fast so, als würdet ihr eine Deutscharbeit schreiben,
00:06:23: ohne ein einziges Mal nachzudenken, weil die ganze Geschichte schon wie ein Film in eurem Kopf
00:06:29: läuft.
00:06:31: Das Leben in Wien mit Partys und leeren Taschen.
00:06:36: Als Mozart erwachsen wurde, zog er nach Wien.
00:06:39: Er wollte kein Diener eines Erzbischofs mehr sein, der ihm vorschrieb, was er zu tun hatte.
00:06:44: Er wollte ein freier Künstler sein, einer der ersten überhaupt.
00:06:49: In Wien war er ein Star.
00:06:51: Er gab Konzerte, unterrichtete reiche Schüler und schrieb seine berühmtesten Opern wie zum Beispiel Die Zauberflöte.
00:06:58: Kennt ihr sie?
00:07:00: Mit dem Vogelfänger Papageno?
00:07:03: Mozart verdiente zeitweise richtig viel Geld, aber wisst ihr, was das Problem war?
00:07:09: Er gab es genauso schnell wieder aus!
00:07:11: Er liebte schöne Kleider, teure Möbel und feierte gerne große Partys.
00:07:17: Er kaufte sich einen Billiardtisch und ein eigenes Pferd.
00:07:20: Das war damals wie ein Luxus-Sportwagen.
00:07:24: Oft war er am Ende des Monats pleite und musste seine Freunde um Geld anbetteln, dann saß er in seiner Wohnung, schrieb die herrlichste, fröhlichste Musik, während draußen die Gläubiger klopften und ihr Geld zurück wollten.
00:07:36: Trotzdem blieb seine Musik meistens leicht und voller Lebensfreude.
00:07:42: Mozarts Leben endete viel zu früh!
00:07:47: In seinem letzten Lebensjahr arbeitete er wie ein Besessener.
00:07:51: Er schrieb die Zauberflöte, eine Oper voller Rätsel und Magie und gleichzeitig an einem Requiem, einer Totenmesse.
00:08:01: Es gibt Legenden, dass ein mysteriöser, schwarz gekleideter Bote bei ihm auftauchte und dieses Stück bestellte.
00:08:08: Mozart wurde krank und hatte das Gefühl, er würde diese Musik für seine eigene Beerdigung schreiben.
00:08:14: Das klingt wie aus einem Gruselfilm, oder?
00:08:19: Als er siebzehnhunderteinundneunzig starb, war er verarmt.
00:08:23: Er wurde in einem einfachen Grab beerdigt und man weiß heute gar nicht mehr ganz genau, wo sein Körper liegt.
00:08:29: Aber das ist eigentlich egal!
00:08:32: Denn sein wahres Ich – seine Seele – steckt an seiner Musik. Und die ist heute lebendiger denn je.
00:08:39: Sie wird im Weltraum gespielt, sie hilft Menschen beim Lernen und sie bringt Millionen von Leuten zum Lächeln.
00:08:49: Spannende Fakten über Wolfgang Amadeus Mozart.
00:08:53: Wusstest du, dass Mozart ein Tierliebhaber war?
00:08:56: Er hatte einen Star, also einen Vogel, der die Melodie eines seiner Klavierkonzerte nachpfeifen konnte.
00:09:03: Als der Vogel starb, hielt Mozart eine richtige kleine Beerdigung für ihn ab.
00:09:09: Wusstest du, dass es den Mozart-Effekt gibt?
00:09:14: Manche Leute glauben, dass man schlauer wird oder sich besser konzentrieren kann, wenn man seine Musik hört.
00:09:19: Probiert es mal bei den nächsten Hausaufgaben aus.
00:09:23: Wusstest du, dass er Linkshänder war?
00:09:27: Zumindest wird das oft vermutet, weil er manche Dinge auf eine bestimmte Art notierte.
00:09:33: Wusstest Du, dass er die Wiener Klassik geprägt hat?
00:09:38: Er war befreundet mit Josef Haydn und ein Vorbild für Ludwig van Beethoven.
00:09:43: Ohne Mozart würde die Musik heute ganz anders klingen!
00:09:48: Und wusstest du, dass seine Musik heute sogar gegen Graffiti
00:09:51: hilft?!
00:09:52: An manchen Bahnhöfen spielt man Mozartmusik über Lautsprecher, weil man gemerkt hat, dass sich die Leute dort dann ruhiger verhalten.
00:10:01: Wolfgang Amadeus Mozart war ein Mann, der nie ganz aufgehört hatte, Kind zu sein.
00:10:07: Er war verspielt, frech, manchmal chaotisch, aber er hatte ein Herz, das Ganz aus Musik bestand.
00:10:16: Er hat uns gezeigt, dass man Regeln brechen muss, um etwas völlig Neues zu schaffen.
00:10:21: Wenn ihr das nächste Mal ein Klavier hört oder eine Melodie im Kopf habt, die ihr nicht mehr loswerdet, dann denkt an den kleinen Wolferl mit der gepuderten Perücke, der der Welt gezeigt hat, wie magisch Töne sein können.
00:10:38: Bis zum nächsten Mal!
00:10:39: Bleibt neugierig und entdeckt die Geschichte. Eure Clara.
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